Silvester-Käse

KäseSilvester-Käse

Ich hoffe, das war das letzte Mal, dass ich in diesem Jahr ein Antimykotikum nehmen musste…

Schlechte Kombi, das Raclette-Essen an Silvester.
Am 30.12. stand Raclette-Käse auf meinem Einkaufszettel. Im Supermarkt hektisches, dampfendes Gedränge. Zwei Sorten Raclette stapelten sich zu Hunderten in der Silvester-Kühltheke. Die eine fast doppelt so teuer wie die andere. Beide grinsender Mann mit Hut als Logo oder Lockmittel. Und der Unterschied? Eigentlich wollte ich schnell wieder raus hier. Na gut, dann halt eine Kurzrecherche:

Ich fand keine, keine, keine Unterschiede in der Zusammensetzung. Beim Studieren des Käse-Etiketts entdeckte ich allerdings ein Antimykotikum. Muss das sein?!

Natamycin ist, lt. Wikipedia (Stand vom 9. Dezember 2014), ein Antimykotikum aus Streptomyces natalensis, einem Actinobacterium der Gattung Streptomyces. Es ist ein Makrolid-Polyen-Antimykotikum und findet Verwendung in der Lebensmittelindustrie und als Arzneimittel.
Natamycin (E 235) ist als Konservierungsmittel für die Oberflächenbehandlung von Hartkäse, Schnittkäse und halbfestem Käse zugelassen worden. Gleichfalls findet es Verwendung bei getrockneten und gepökelten Würsten. Der Einsatz spart Personal und macht den Käse dadurch billiger.

Natamycin ist ein Antimykotikum, das bei Pilz-Infektionen (siehe auch mein Artikel: Pilze) zum Einsatz kommt. Verboten ist der Einsatz von Natamycin im Käse zwar nicht, das BfR empfiehlt aber ausdrücklich, die Käserinde fünf Millimeter tief abzuschneiden, um den Stoff nicht mitzuessen.
In der Apotheke kommt es vor in Augensalben, und es wird eingesetzt bei der Therapie des unkomplizierten Mundsoors. Natamycin wendet man lokal an, in Form von Gelen. Es greift direkt an der Pilzzellmembran an.
Mundsoor ist also schon mal für alle Raclette-Esser im Januar kein Problem mehr.

 

Im Gespräch sind zurzeit auch Antibiotika in der Nahrung.
Es geht um Billig-Fleisch aus großen Mastanlagen und Massenschlachthöfen.

Dort werden antibiotikaresistente Keime herangezüchtet. Um hier keine toten Hühner zu produzieren, ist der Halter von großen Mastanlagen auf den „prophylaktischen“ Einsatz von Antibiotika angewiesen. Denn sonst sind die Chancen groß, dass ihm ein Großteil der Tiere an Infektionskrankheiten verendet.

Antibiotika in der Massentierhaltung führt zu Resistenzen, die immer häufiger auftreten.

Es gibt Bakterien, die gleich zwei oder mehreren Wirkstoffen widerstehen. Keime werden gegen gängige Antibiotika resistent. Das führt dazu, dass sie einerseits nicht mehr helfen, andererseits enden Infektionen immer häufiger tödlich. Mensch- oder Tier-MSRA-Infektionen im Krankenhaus sind eine ernste Bedrohung. Aber auch Fernreisende schleppen gefährliche, multiresistente Darmkeime nach Deutschland ein.
Einige Bakterien sind gefährliche Feinde. Besonders für geschwächte Menschen, für Kinder und Alte können Infektionen durch solche Keime schnell lebensbedrohlich werden.
Gerade lief „Der Medicus“ im Fernsehen. Muss man sich die Zukunft so vorstellen, in der Menschen an einer Zahninfektion oder Blasenentzündung sterben?
Was ist da los?
Hier weitere Informationen zu Antibiotika in der Massentierhaltung.

Wie können wir in der Apotheke die Kunden beraten?IMG_4346

Immer wieder höre ich: “ Das Antibiotikum wirkt gar nicht.“ oder „Jetzt nehme ich schon das dritte Antibiotikum!“
Gerade bei einer akuten Blasenentzündung oder bei
Bronchial- und Nebenhöhlenentzündungen muss nicht gleich ein Antibiotikum eingnommen werden.
Ich empfehle ein Präparat aus Kapuzinerkressenkraut und Meerrettichwurzel. Dieses „pflanzliche Antibiotikum“ zeigt in-vitro-Untersuchungen eine breite antibakterielle Wirkung gegen grampositive sowie gramnegative Bakterien. In einer placebokontrollierten Doppelblindstudie konnten die enthaltenen Senföle die Rate an Harnwegsinfektrezidiven senken.

Für unsere Kunden heißt das ganz einfach: „Die Senföle von Kapuzinerkressenkraut und Meerrettichwurzel hemmen die Vermehrung von Bakterien und Viren.“ Senföle werden bereits seit Jahrhunderten eingesetzt.
Bisher sind keine Resistenzen beobachtet worden.

Mein Vorsatz fürs neue Jahr:
Ich kaufe mir ein vegetarisches Kochbuch und verzichte auf „Billig-Fleisch“, „Billig-Wurst“ und Raclette-Käse. Ein anderer Käse schmilzt auch. Ich habe Bio-Bergkäse (45%) verwendet.
Echtes Bio-Fleisch schmeckt sowieso viel besser. Und Raclette-Käse wird auch nicht mehr auf dem Einkaufszettel stehen. Es sei denn, meine Zunge mutiert zu einem muffeligen Pelz mit weißen Flecken.

Ich wünsche Dir einen echt guten, gesunden und erfolgreichen Start ins Neue Jahr!

DeineSignatur Deine Uta

PS: Wie ist Deine Meinung zu diesem Thema? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

Dieser Artikel handelt auch von Pilzen..

 

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Ein Gedanke zu „Silvester-Käse

  1. Liebe Uta,
    Dein Artikel über Antimykotika in Raclette-Käse ist ja hochinteressant,zumal wir an Silvester auch Raclette gegessen haben😀
    Hoffentlich bleiben weitere Mykosen an anderen Körperstellen durch das Tragen dicker Winterstiefel oder des zu hohen Konsums von Zucker an den Feiertagen aus!😜

    Liebe Grüße von
    Miriam

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