Achtung, Pille!

Mein Blog hat den Untertitel „Liebe Deine Arbeit und lerne von den Kunden“. Diese Woche war es kein Kunde, sondern ein mutiger Arzt, der mich zu diesem Beitrag inspirierte. Denn es flatterte mir ein ganz ungewöhnliches Rezept auf den HV-Tresen. Ich war sehr überracht als ich las, was auf dem Rezept stand.

Rezept_Pille

Beim Lesen des Rezeptes fragte ich mich Folgendes:

1. Was hat der Arzt der Patientin erklärt?

2. Wie kann ich die Kundin beraten?

3. Und meine wichtigste Frage: was ist an der Aussage/Warnung dran? Steht meine Kundin auf der „Todesliste“?

Der dritte Punkt ist äußerst knifflig! Ich habe STUNDEN, nein Tage damit verbracht, eine Antwort zu finden. Hier also eine Zusammenfassung meines Kopfzerbrechens.

Zunächst zur Schreibweise: Estrogene = standardsprachlich Östrogene.


Zu 1: Was hat der Arzt der Patientin wohl erklärt?

Meine Annahme ist: Zunächst hat der Arzt eine Raucherentwöhnung empfohlen, da Rauchen das Risiko für arterielle und venöse Erkrankungen erhöht; mit dem Alter potenziert es sich noch.

Frauen, die kombinierte orale Kontrazeptiva einnehmen, haben ein erhöhtes Thromboserisiko im Vergleich mit Frauen, die keine Pille einnehmen.

Transdermale und intravaginale Kontrazeptiva mit einer Estrogen-Gestagen-Kombination (Pflaster, Vaginalring) haben ein ähnliches Risiko für Blutgerinnsel in den Venen wie die kombinierte Pille mit einem synthetischen Gestagen der 3. Generation.
Der Arzt könnte eventuell Präparate bevorzugen, die am seltensten Venenthrombosen verursachen.
Das sind Levonorgestrel-haltige Mittel mit geringen Östrogenmengen – also
20-30 Mikrogramm Ethinylestradiol.

Gestagene sind synthetische Hormone, die mit dem natürlichen, bioidentischen Progesteron nichts zu tun haben. Sie rufen die gleichen Nebeneffekte wie Estrogen hervor. [Dr. M. Platt]


Zu 2: Wie kann ich meine Kundin gut beraten?

Diesmal steht Frau Blauschwarz vor mir. Sie ist mir als gewissenhafte Kundin bekannt. Die ideale Frage für Kunden in der gewissenhaften, blauen Verhaltensform wäre: „Was ist für Sie unklar?“ Sie ist an unterstützenden Daten und Informationen interessiert. Siehe mein Beitrag zu blauen Kunden.

Ich kläre ab, in wie weit die Kundin schon vom Arzt aufgeklärt wurde:
„Wie haben Sie denn bis jetzt Ihre Pille vertragen? Ich frage deshalb, weil auf Ihrem Rezept noch ein Hinweis steht.“
„ Hat der Arzt Sie schon darüber informiert, was Sie zusätzlich noch tun können, damit Sie die zugeführten Hormone besser vertragen?“

Unumstritten ist, dass Kontrazeptiva bei vielen Frauen eine optimale Nährstoffversorgung beeinträchtigen. Die Pille kann zu einer Unterversorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen führen. Das geht vor allem vom Östrogenanteil eines Kombinationspräparates aus.

Mein Vorschlag für die Kundin:
Ich informiere die Kundin zum Thema gesunde Ernährung und Nährstoffe. Auch Störungen im Säure-Basen-Haushalt und toxische Belastungen spielen eine Rolle.
Über Zigarettenrauch werden toxische und karzinogene Elemente wie Nicotin, Stickoxide, Benzol und Cadmium aufgenommen. Viele Raucherinnen kennen die Gesundheitsprobleme und würden gerne aufs Rauchen pfeifen. Zum Thema Entgiften habe ich einen Artikel geschrieben.

Hypnose
Von ein paar Kunden habe ich von einer erfolgreichen Hypnosebehandlung gehört. Es ist nur nicht so leicht, sich davon zu befreien. Ich denke, dazu muss ich nichts weiter sagen.

Anhand der Haarmineralanalyse sehe ich immer wieder, dass Nichtraucher durch das Passivrauchen sehr belastet sind. Die Cadmiumkonzentration ist im Nebenstromrauch 4x höher!


Abnehmen:
mein Tipp: die „Montignac-Methode“: Das Verzichten auf Kohlenhydrate mit niedrigem glykämischem Index. (Siehe auch mein Beitrag Zucker.)

Thrombose vorbeugen: Für eine lange Flugreise empfehle ich unbedingt Kompressionsstrümpfe, um ihre Beine zu entlasten.
Die Pille ist leicht einzunehmen, sehr zuverlässig und bequem. Es gibt aber noch andere Verhütungsmethoden. Jede Frau muss für sich entscheiden, was für sie passt.

 

Zu 3: Wie gesundheitsschädlich ist die Pille? Warum?

Das ist für mich die wichtigste Frage in diesem Zusammenhang, eindeutig. Steht meine Kundin etwa auf der „Todesliste“? Von der Pille Danach ganz zu schweigen…

Es gibt sehr viele Studien, Bücher und Infos zu diesem Thema. Ich fasse hier kurz meine Ergebnisse und die meiner Quellen zusammen.

– Umweltgifte und künstliche Stoffe meiden!

„Künstliche Moleküle (wie synthetische Hormone) belasten das Enzymsystem der Leber.
Körpereigene Wirkstoffe –wie Hormone- stellen Signalstoffe dar. Nachdem das Signal an die Gene weitergegeben ist, müssen die Signalsubstanzen in der Leber abgebaut werden. (…) Wenn Umweltgifte selbst Hormonwirkung haben, wird das zu einer vermehrten Störung der Zellbiologie führen.“

[Klaus-Dietrich Runow]

Fazit: Die Leber wird dadurch überbelastet und kann nicht mehr so gut entgiften.

Zum Thema Umweltgifte im Körper entgiften habe ich eine interessante Studie schwedischer Forscher gefunden. Die Studie findest Du unter dem angegebenen Link.

[Übergewicht und Rauchen, Studie schwedischer Forscher]

– Östrogene

„Estrogene fördern die Reifung einer befruchtungsfähigen Eizelle. Estrogene signalisieren der Hypophyse die Eizellreife und lösen damit indirekt den Eisprung aus.
An bestimmten Organen (z. B. der weiblichen Brust und der Gebärmutter) befinden sich spezifische Estrogenrezeptoren, an die sich die Estrogene binden. Die Estrogene werden direkt zum Zellkern transportiert und beeinflussen so die Aktivität der Zellen. In der Antibabypille sind Estrogene enthalten. Wegen schneller Metabolisierung besitzen natürliche Estrogene als Tabletten eingenommen nur geringe Wirkung. Aus diesem Grunde werden vorwiegend künstliche Estrogene medikamentös eingesetzt, die meist als Ester der natürlichen Verbindungen oder als substituierte Derivate wesentlich langsamer metabolisiert werden und damit länger wirksam sind.“

[Wikipedia]

 

Fazit: Bei der Pille handelt es sich nicht um natürliche bzw. bioidentische Hormone.
(Aber auch bioidentische Hormone müssen sachgemäß angewendet werden.)

„Es gibt 3 Basistypen von Östrogen. Estradiol, Estron und Estriol (Östradiol, Östron und Östriol), hier in der Reihenfolge von stark nach schwach wirksam. Estradiol / Östradiol ist das Hormon, was die meisten unangenehmen Nebenwirkungen auslöst.
Fazit: “Östrogen kann aggressive Krebserkrankungen, Herzinfarkte, Schlaganfälle und andere Erkrankungen hervorrufen.“

[Dr. med. Michael E. Platt]

Dr. Platt möchte in seinem Buch „Die Hormonrevolution“  Frauen auf bioidentische Hormone aufmerksam machen. Es ist auch für Laien sehr verständlich geschrieben.

 

-Hormonzyklus

Über eine ganz andere Nebenwirkung las ich in „Frauenkörper Frauenweisheit“ von Dr. med. Christine Northrup. Sie schreibt:

„Der natürliche Hormon- und Fruchtbarkeitszyklus wird durch die Pille blockiert. Der Körper hat keinen natürlichen Rhythmus mehr, ist eher auf den der Pharmaindustrie als auf den des Mondes eingestimmt. Die Pille greift auch in die Funktion der Intuition ein.“

Mit Intuition meint sie: erkennen, welche Stimmung herrscht. Ein Bauchgefühl haben. Die Fähigkeit, Eigenschaften instinkthaft erfassen.


-Übergewicht

Ich zitiere ich noch einmal Dr. Platt:

„Man sollte sich mit den wahren Gründen der Gewichtszunahme beschäftigen. Die meisten übergewichtigen Menschen haben Probleme mit ihren Hormonen: Meistens produzieren sie zu viel Insulin, zu viel Östrogen und zu wenig Schilddrüsenhormone. Solange die Hormone nicht ausgeglichen sind, kann man auch kein Fett verbrennen.“

 

-Spurenelemente und Nährstoffe

Kontrazeptiva erhöhen den Kupferspiegel im Plasmaspiegel. Dadurch sinkt der Gehalt von Kupfer in der Zelle.
Die Verstoffwechselung oraler Kontrazeptiva führt zu einer vermehrten Radikalfreisetzung. Das führt dazu, dass die Zellen schneller „altern“. Aus diesem Grund ist die Supplementierung mit Vitamin E und Betacarotin als Antioxidans sinnvoll.
Damit enzymatische Antioxidantien arbeiten können, benötigen sie unter anderem Kupfer.
Man sollte also auch Kupfer bei Einnahme der Pille zuführen, damit in der Zelle wieder eine entsprechende Menge davon enthalten ist.


Fazit:

Mir hat imponiert, dass der Arzt/die Ärztin klar auf die Gefahren von hormonellen Kontrazeptiva im Zusammenhang mit Rauchen und Übergewicht hinweist. Normalerweise bleibt uns Pharmazeuten diese unangenhme Aufgabe überlassen. Dadurch, dass wir hier an einem Strang ziehen und unsere Argumentation gegenseitig unterstützen, ist es für die Kundin klar und eindeutig: Nimm auf Deinen Körper Rücksicht und „unterstütze“ ihn entsprechend.

Im nächsten Beitrag wird es um Entgiftung gehen, beispielsweise nach Abschluß einer „Hormonbehandlung“ und bei Kinderwunsch.

Falls Du selbst Hormone einnimmst: Welche Fragen dazu beschäftigen Dich?
Als Kollegin: Wie sieht Deine Beratung aus beim Thema Pille? Wie reagieren Deine Kundinnen darauf? Schreibe mir doch mal einen Satz dazu, würde mich freuen!

Du kannst auch anonym einen Kommentar hinterlassen, wenn Du im Namensfeld nur Deinen Vornamen angibst.
Deine Email-Adresse wird selbstverständlich NICHT veröffentlicht.

Signatur Deine Uta

 

 

Literatur:
Dr. med. Christine Northrup„Frauenkörper Frauenweisheit“ 
Dr. med. Michael E. Platt – „Die Hormonrevolution“
John R. Lee – „Natürliches Progesteron“
Klaus-Dietrich Runow – „Wenn Gifte auf die Nerven gehen“

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2 Gedanken zu „Achtung, Pille!

    • Das verhält sich wie mit Messer, Gabel, Löffel.
      Für jeden ist etwas anderes gut, oft birgt eine Kombination den größten Nutzen. Hier gibt es individuelle Beratungsangebote in Apotheken, bei Frauenärzten, usw.

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