Wenn der Kuhsaft nicht mehr geht

???????????????????????????????Kunden äußern sich zu Milchunverträglichkeit so:

„Schöner Mist, wenn man kein Eis mehr essen kann,
weil hinterher der Bauch in die Luft geht!“

„Auf einmal vertrage ich keine Milchprodukte mehr.
Wie kommt so was zustande?“

„Abends bekomme ich immer Kopfs

chmerzen.“

„Von meinem Frühstückstoast bekomme ich Bauchschmerzen und Blähungen.“

„Vertrage ich Laktulose-Saft, wenn ich laktose-intolerant bin?“

Ein Kunde winkt schon ab, kennt sich bestens aus. Er will keine Beratung und fühlt sich eventuell sogar bevormundet.

Wie berate ich Kunden mit Lactoseintoleranz?

Ich habe mir zu den häufigsten Kunden-Fragen Lösungswege überlegt.
Zunächst gehe ich kurz auf die Geschichte des Kunden ein.
Ich kann jedem die unangenehmen Beschwerden nachfühlen, unter denen er leidet.
Mit speziellen Fragen baue ich eine Brücke zum Kunden, damit ich den Hintergund besser verstehe. zum Beispiel:

„Wie lange leiden Sie schon unter Ihren Beschwerden?
Nach welchen Speisen bekommen Sie die Bescherden?
Was haben Sie denn bisher dagegen getan?“

Wie gehe ich vor, wenn der Kunde abwinkt?IMG_2424

Falls mir der Kunde signalisiert, dass er keine Beratung braucht, ist das auch o.k.

Gerade wenn man schon lange an einer Unverträglichkeit leidet, ist man oft selbst der Experte.

Ich stelle ihm wenigstens eine „Sicherheits“- oder eine „Intereresse-Frage“. Etwa:
„Reagieren Sie auch auf Milcheiweiß allergisch?“

 

Zur Wiederholung für Dich zum Thema Lactoseintoleranz:

  • was ist Laktose, was ist Lactoseintoleranz und was ist Laktase?
  • Gibt es eine Milcheiweißallergie?
  • Was passiert, wenn man Laktoseintoleranz ignoriert?
  • Warum hat mein Kunde abends immer Kopfschmerzen?

Lactose
Lactose, auch als Milchzucker bekannt, ist ein in Milch und Milchprodukten enthaltener Zucker. Milchzucker ist nur in unvergorenen Milchprodukten enthalten (im Gegensatz zum Milcheiweiß) . Lactose gehört zur Gruppe der Disaccharide und besteht aus den beiden Molekülen D-Galactose und D-Glucose.

Lactase
dieses Enzym hilft uns, Lactose in die Bestandteile Galactose und Glucose aufzuspalten. Im Kindesalter wird es im Dünndarm produziert, d. h. bei unserer Geburt verfügen wir über viel Lactase. Je älter wir werden, desto weniger steht uns zur Verfügung. Dann haben unsere Darmbakterien alle Hände voll zu tun, um die Milch ordentlich aufzuspalten. Milchprodukukte wie Joghurt, Käse, Butter enthalten mehr Milcheiweiße und Milchzucker als normale Milch.

 

Laktoseintoleranz:
Bei Menschen, die unter dieser Stoffwechselstörung leiden, arbeitet das Enzym Lactase, welches im normal funktionierenden Körper Laktose in die Bestandteile Galactose und Glucose aufspaltet, fehlerhaft oder gar nicht mehr. So kann auch die in der Nahrung enthaltene Galactose nicht ohne Weiteres aufgenommen werden.

Kürzlich bestellte ein Kunde reine Galactose. Das ist eine Möglichkeit, sich mit Zucker zu versorgen für die Energieversorgung ohne Blutzuckeranstieg und ohne Insulinausschüttung.
Hier wird die enzymatische Verstoffwechslung durch die Lactase umgangen, der Darm kann Galactose aufnehmen.

„Was passiert, wenn ich Milchprodukte esse?“
Bei Lactose-Einnahme (zum Beispiel in Form von Milchprodukten) rächt sich der Darm mit anhaltenden Verdauungsbeschwerden wie Bauchrumoren, Blähungen, Aufstoßen oder Durchfall.

Ursachen:

Die der primäre Lactasemangel:
Endemische bzw. adulte Lactoseintoleranz ist die am weitesten verbreitete Form. Ca. 70% der Weltbevölkerung sind davon betroffen.
Jetzt weiß ich, warum meine chinesischen Freunde keine Milchprodukte mögen: Im Alter von 3 Jahren liegt bei ihnen oft nur noch eine Lactaseaktivität von 10-20% vor.

Sekundäre Lactoseintoleranz:
Wenn die Oberfläche des Dünndarmepithels irritiert, geschädigt oder entzündet ist, dann produziert sie weniger oder keine Lactase mehr. Auslöser: bakterielle Darminfektionen, Pilzinfektionen, andere Intoleranzen (z. B. Fructoseintoleranz) und natürlich auch Krankheiten, die direkt den Darm betreffen, wie Zöliakie und Morbus Crohn, aber auch massive Stresssituationen, chronischer Alkoholabusus, arzneimittelinduzierte Enteritis (Antibiotika, Zytostatika).

Für die Laktoseverdauung ist also auch eine gesunde Darmschleimhaut und somit ein gesunder Darm Voraussetzung. Die sekundäre Lactoseintoleranz gilt grundsätzlich als reveribel.

Warum Laktose-Intoleranz nicht einfach ignorieren?

Auf keinen Fall ignorieren, denn immer wiederkehrende Verdauungsbeschwerden mit Durchfall schädigen die schützende Darmschleimhaut. Dadurch verliert sie zum einen ihre natürliche Abwehrfunktion, so dass z. B. Fremdeiweiße aus der Nahrung und Keime leichter in den Organismus eindringen können.
Zum anderen bilden die Zellen der Dünndarmschleimhaut die Lactase. Bei geschädigter Darmschleimhaut steht folglich noch weniger Lactase zur Verfügung. Lactose wird noch schlechter vertragen und die Symptome verschärfen sich.

 

Casein-Unverträglichkeit
Weiterhin scheint es, dass manche Menschen Casein (Milcheiweiß) nicht vollständig verdauen können. Manchmal hilft es bei Allergien, Kopfschmerzen oder Asthma die Milch wegzulassen. Jede Säugetier-Milch enthält Kasein-Protein. Achtung: Wein kann auch Casein enthalten.

 

Warum hat mein Kunde abends Kopfschmerzen?

Symptome einer Laktose-Intoleranz sind unterschiedlich ausgeprägt: weicher Stuhl, Verstopfung, Blähungen, Krämpfe, aber auch Kopfschmerzen, chronische Müdigkeit und Schwindel.

Lactose, nicht nur in Milchprodukten!
Lactosehaltige Lebensmittel (außer Milchprodukte) sind zum Beispiel: Toast, Wein, Brot, Nuss-Nougatcreme, Milchschokolade, Kaugummi und Hühnerbrühe.
Man findet Lactose in Backwaren als Bräunungsmittel, in glutenfreiem Mehl ev. zur Verbesserung der Backtriebfähigkeit, als Zusatz in Fertiggerichten, in Wurst und Salatsoßen.

Milchfreie und caseinfreie Ernährung
Du kannst Milch ersetzen durch pflanzliche Milchersatzprodukte: Mandel-, Reis-, Hanf-, Soja- oder Hafermilch. Ich habe Macadamia-Milch, Soja-, Kokos-Reis und Reismilch von Provamel getestet. Reismilch schmeckt ganz neutral, Kokos-Reis erinnert dezent an Urlaub, Macadamiageschmack ist eine nussige Abwechslung.

Lactulose-Sirup bei Laktoseunverträglichkeit?

Das geht schief! bei Unverträglichkeiten von Fructose (Fructose-Intoleranz), Galactose (Galactosämie, Glucose/Galactose-Malabsorptions-Syndrom) und Lactose (Lactase-Insuffizienz) bitte nicht einnehmen.

Lactulose ist ein synthetisches Disaccharid, bestehend aus Galaktose und Fructose, das durch chemische Modifikation aus Lactose gewonnen wird.Lactulose kann im Vergleich zu Lactose vom Körper nicht verwertet werden und wirkt demzufolge als Abführmittel. Die Substanz vergrößert durch Bindung von Wasser das Darmvolumen, außerdem werden milchsäurebildende Darmbakterien begünstigt. Die Vergärung der Lactulose durch die Darmbakterien regt durch die entstehenden Säuren zudem die Peristaltik an.

 

Diagnostische Tests:
Das einfachste und angenehmste Verfahren zum Nachweis einer primären Laktose-Intoleranz ist ein Gentest. Für diesen Test ist lediglich eine Blutprobe oder eine Speichelprobe aus der Wangenschleimhaut notwendig. Wir bieten den Speicheltest in der Apotheke an.

 

Maßnahmen:

Verzicht auf lactosehaltige Speisen.

Naja, das lässt sich nicht immer vermeiden. Für ein beschwerdefreies Essen empfehle ich Lactase-Präparate. Sie enthalten das Enzym Tilactase. Ich empfehle, es unmittelbar vor dem Essen einzunehmen. So wird Laktose gut verdaut und die Verdauungsbeschwerden bleiben aus.

Tipp: Zu Eisenpräparaten sollte man 3 Stunden  Abstand lassen, sonst wirken die Lactase-Präparate nicht (Fenton-Reaktion).
Falls es doch zu Darmreizungen und Blähungen kommen sollte, sollen  Flohsamenschalen helfen. Die Schleimstoffe von Flohsamenschalen (gemahlen) pflegen und beruhigen die Darmschleimhaut.  Ihre Besonderheit ist ein starkes Quellverhalten und gute Wasserbindungsfähigkeit (bei Durchfall nach zu viel Lactose).
Die Ballaststoffe des Flohsamens befreien den Darm auch von Fäulnisstoffen und Darmgasen. Entzündliche Prozesse können sich schneller zurückbilden.

Darmsanierung: die Einnahme bestimmter Probiotika (v.a. Lactobacillus-Arten) kann die Lactoseverdauung verbessern.

Ich habe zu diesem Thema u.a. dieses gutes Buch gefunden:
Literatur: Axel Vogelreuter „Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten“

Falls Du Fragen, Ergänzungen oder Verbesserungsvorschläge hast, lass es mich bitte wissen. Entweder über das Kommentarfeld oder per Email: utas.blog(at)gmx.de
Danke!

Ich wünsche Dir ein genussvolles Wochenende!

Deine Signatur Deine Uta

 

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3 Gedanken zu „Wenn der Kuhsaft nicht mehr geht

  1. Toller Blogeintrag und schön, dass du auf pflanzliche Ernährung verweist.

    Zentrum der Gesundheit würde ich allerdings nicht verlinken, bitte nie wieder. Das ist eine hanebücherne Website, die sich selber widerspricht, Aids und HIV leugnet, vielen Dingen einfach mal so zuschreibt, sie können Krebs heilen (Quinoa zb.), und die ihre eigenen Produkte im Shop verkauft.

    AUch die Hamburger Verbraucherzentrale hat vor dieser und anderen Seiten schon ausfürhlich gewarnt.

    ich geb dir gern noch einen Link mit an: http://solean.blog.de/2014/08/21/problematik-gesundheitsseiten-internet-beispiel-zentrum-gesundheit-19215858/

    Liebe Grüsse,
    Rose

      • Nichts zu danken 🙂 Leider hat sich Zentrum der Gesundheit ziemlich weit oben in den Google-Suchergebnissen positioniert. Aber schön, dass ich jemanden mehr sensibilisieren konnte 🙂

        Lg,
        Miriam

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