Schnarch-Naschen oder Zucker fürs Gehirn?

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Welches Land hat den höchsten Zuckerverbrauch?
a) China
b) Indien
c) USA

Kundenfrage: Was tun bei Sucrose-Unverträglichkeit?

Frau Rohrstöckl-Sugger* verlangt ein Vitamin-B-Präparat. Sie schielt kritisch auf die Zusammensetzung an der Seite. „Ich vertrage aber keine Sucrose!“
Okay, wir sind auf dem englischen „Dampfer“. Sucrose bedeutet Saccharose. Oder meinte sie Sucralose? DDT läßt grüßen, das ist ein Zucker-Fake.
Ich erfahre, dass sie Zucker möglichst vermeidet, um Unter(!)zuckerungen zu vermeiden.  Frau Rohrstöckl-Sugger ernährt sich sehr gesundheitsbewusst und erzählt mir begeistert (gelbe Grundemotion) von Ihrer natürlichen Zucker-Alternative. Das kannst Du unter Punkt 4 nachlesen.
Toll, ich habe wieder etwas von einer Kundin gelernt! Und ich hatte auch ein Vitamin-B-Präparat ohne irgendeinen Zucker vorrätig.

Nach dieser Beratung wollte ich es genau wissen, und mir kamen folgende Fragen zum Thema Zucker in den Sinn:

Wie viele Zucker fallen Dir und mir spontan ein?
Warum läßt zu viel Zucker uns altern?
Was macht Insulin mit dem Zucker aus der Nahrung?
Welche natürlichen Alternativen gibt es zum Haushaltszucker?
Welches Land hat eigentlich den höchsten Zuckerverbrauch?


1. Mir fallen folgende Zucker ein:

Saccharose = Fructose + Glucose
Lactose   =        Milchzucker
Fructose  =      Fruchtzucker
Glucose   =      Traubenzucker (die kleinen bunten Sweets aus der Apotheke)
Sucrose   =       Saccharose
Mannose  =     mit der Glukose und der Galactose verwandter Einfachzucker
Sucralose =   Trichlorsaccharose (Splenda)

 


2. Warum läßt zu viel Zucker uns schneller altern?

Saccharose = Fructose + Glucose = Fruchtzucker + Traubenzucker = Haushaltszucker
In der Antike gab es praktisch keinen Zucker. Erst vor ca. 200 Jahren stellten wir unsere Nahrung auf bearbeiteten Zucker um. Zucker war ein Luxusartikel.

 

3. Was passiert bei zu hohem Verzehr von Zucker?

Der Blutzucker erhöht sich, unsere Bauchspeicheldrüse bekommt Stress und schüttet schnell Insulin ins Blut aus (s.u.)
Somit steigt das Diabetes-Risiko und auch die Wahrscheinlichkeit für Übergewicht. Fetteinlagerungen im Gewebe schädigen die Zellen. Außerdem leiden Gelenke und Muskulatur darunter, was Verschleiß und Alterung begünstigt.
Die Haut altert schneller, die Elastizität nimmt ab.


Glucose,
also Traubenzucker, kommt zum Beispiel vor in Obst, Honig, Mais, Weizen. Es kommt nicht in Trauben vor. Glucose wird durch enzymatische Spaltung aus Stärke gewonnen.
Ich schenke Traubenzucker den Kindern meiner Kunden. Was ist, wenn sie fructose-intolerant sind?
Harmlos, ist bei Fruktoseintoleranz erlaubt. Fructose ist Fruchtzucker und nicht Traubenzucker.

Glucose ist ein Universalbrennstoff des Lebens, kann also auch vom ganzen Körper verwertet werden. Für Gehirn und Nervenzellen ist Glucose als Energietreibstoff unersetzbar. Unser Organismus braucht aber keine Zuckerzufuhr von außen, er kann ihn selbst in Form von Glucose herstellen!

4. Welches Ziel hat die Insulinsekretion?

1. Die Glucose soll im Organismus festgehalten werden.
a) als kurzfristige Energiereserve in Form von Glycogen oder
b) als langfristiger Energiespeicher in Form von einem Fettdepot, dem Cholesterin und den Triglyceriden.

2. Der Blutzucker soll gesenkt werden.
Der „Insulin-Bus“ fährt also Glucose in Muskel- und Leberzellen. Dadurch sinkt ihre Konzentration im Blut  wieder und damit auch der Blutzuckerspiegel.

Im Körper wird Glucose mit Hilfe des Hormons Insulin aus dem Blut in die Zellen transportiert. Zum Beispiel in die Muskelzellen, wenn sie gerade Energie brauchen (beim Sport oder in der Apotheke, wenn viel los ist, usw…)
Zucker im Blut gibt das Signal für die Insulinausschüttung.
Wenn das Insulin von der Bauchspeicheldrüse zu häufig und in zu großer Menge freigesetzt wird, sinkt der Blutzuckerspiegel unter den Ausgangswert. Es entsteht eine Hypoglykämie. Symptome sind v.a. Müdigkeit.
Der Stoffwechsel wird allgemein beeinträchtigt und es kommt zu Verdauungsstörungen. So entsteht ein Teufelskreis, der zu Zuckermißbrauch, Heißhungerattacken und Hüftgold führt. Und zu viel Zucker schadet unter anderem den Nerven, er ist für kardiovaskuläre Erkrankungen und für Karies verantwortlich.
Psychologisch ist zu bemerken, dass einige Organe auf Glucose als Energielieferant angewiesen sind.

 

5. Was passiert bei übermäßigem Kohlenhydratverzehr?

Mit Kohlenhydraten meine ich vor allem Zucker, also das chemische Produkt. Dazu gehört auch: zu viel zuckerhaltige Getränke, zu viel Weißbrot, zu viel Nudeln und Reis.

Die einfachen Zucker werden im Mund von Bakterien sehr schnell zu Säuren abgebaut, die wiederum Karies verursachen können. Zudem bewirken die einfachen Zucker ein schnelles Ansteigen des Glucosegehaltes im Blut.
Nach der Aufnahme in die Zellen sinkt der Spiegel jedoch schnell, was für den menschlichen Körper ein Hungersignal auslöst. Daher sättigen Zucker nicht.

 

6. Warum hat jeder Dritte in Deutschland Probleme mit der Verdauung von Fructose?

Fruktose ist Fruchtzucker. Kommt in Obst und Honig (sehr viel!) vor.
Ca. 50% aller Erwachsenen können max. 25 g Fruktose pro Tag aufnehmen.

Es handelt sich um eine Malabsorption, die dosisbezogen ganz normal ist.
Ein Apfel enthält ca. 12 g Fruktose. Sie wird in Glykogen umgewandelt und ist als Energie direkt verfügbar. Der Rest wird im Darm von Bakterien zu Kohlendioxid, Wasserstoff und Fäulnisgas (Methan) verstoffwechselt. Folge: Reizdarm, Blähungen, Bauchkrämpfe usw.
Hier fehlt kein Enzym wie bei Lactose, sondern es liegt am Transport in der Darmwand.
Zu viel und zu schnell macht Bauchprobleme. Beispielsweise bei einer Tüte Gummibärchen ist sofort eine riesige Menge Fructose im Darm.

Da Fruchtzucker direkt von der Leber verarbeitet wird, galt er lange Zeit als gesündere Alternative. Doch inzwischen gibt es Hinweise, dass Fructose, genauso wie Saccharose (v.a. als  „freier“ Zucker z. B. aus süßen Getränken) Übergewicht fördert und die Entstehung von Diabetes begünstigt.
Fructose verführt Menschen dazu, mehr zu essen, da sie den Wunsch nach Essen verstärkt. Fruchtzucker schmeck fruchtiger und stärker süß als normaler Haushaltszucker.
Siehe auch mein Beitrag: Grillparty-Folgen.

Ich empfehle Obst nur separat und nüchtern (= 20 Minuten vor dem Essen) zu essen. So ist es besser verträglich, und Vitamine können optimal aufgenommen werden.


7. Lactose

Lactose, auch als Milchzucker bekannt, ist ein in Milch und Milchprodukten enthaltener Zucker. Milchzucker ist nur in unvergorenen Milchprodukten enthalten (im Gegensatz zum Milcheiweiß). Wird Lactose nicht durch das Enzym Lactase gespalten, zersetzen Darmbakterien die Lactose. Es entstehen Gase und Fettsäuren, die Blähungen und Bauchschmerzen auslösen.


8. Sucralose
Süßstoff, chemisch verwandt mit Pestizid DDT.  Es handelt es sich um ein Excitotoxin. Der Körper weiß nicht, wie er künstliche Süßstoffe aus der Zelle entfernen soll, die dort eine Art Vibration erzeugen. Sie „erregen“ die Zellen zu Tode. Der Handelsname für Sucralose ist Nevalla und Splenda.

Auch bei dem Süßstoff Aspartam handelt es sich um ein Excitotoxin. Es ist unter dem Namen Candarel° bekannt. Es ist zum Beispiel in Deutschland in Coca-Cola light und Zero enthalten. Beide Sorten enthalten auch Acesulfam K und Cyclamat. Cyclamat ist seit 1970 in USA verboten!

Zu diesem Thema hat mir persönlich sehr gut der Dokumentarfilm zu Aspartam von Marie-Monique Robin gefallen: http://notre-poison-quotidien.arte.tv/de/aspartame/


9. Gesunde, natürliche Süße
Stevia
empfehle ich, wenn Du Probleme mit Blutzucker hast, also mit Hyperglykämie als auch mit Hypoglykämie.
Der Blätterextrakt ist ca. 200 bis 300 Mal süßer als Zucker. Man kann direkt die Blätter verwenden, im Tee ziehen lassen oder wie andere Kräuter ins Essen streuen. Es wird auch der Extrakt aus Steviosiden verwendet. Stevia enthält keine Kalorien, keine Kohlenhydrate, der glykämische Index ist null.
Achtung: Nicht überall ist Stevia drin, obwohl es draufsteht! Lies das Kleingedruckte. Auf der Internet-Suche nach Stevia kam ich bei Coca-Cola light und Zero (ohne Stevia) raus!

Ahornsirup, 100%ig rein, sollte auf dem Etikett stehen.

Unbehandelter Honig enthält Fructose und Glucose, Mineralstoffe und Enzyme.

 

10. Welches Land hat den höchsten Zuckerverbrauch?
Indien hat die höchste Zuckerproduktion und den höchsten Zuckerverbrauch (Stand 2012)

 

Wenn Du tiefer in das Thema Zucker einsteigen willst empfehle ich Dir: Suzy Cohen „Diabetes heilen“. Das war ein Tipp einer begeisterten Diabetikerin.

Infos zur Umweltproblematik durch Zucker

Hast Du schon mal Stevia probiert? Hast Du Erfahrungen mit Hypoglykämie? Ich freue mich über Deine Geschichte!
Deine

Signatur Deine Uta

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4 Gedanken zu „Schnarch-Naschen oder Zucker fürs Gehirn?

  1. Ich liebe Stevia aus dem einfachen Grund, das mir die Süssstoffe, die Zuckeralkohole sind, Durchfall verursachen. Stevia aber nicht.
    Ich benutz es in allem, auch im Tee, benutze aber Steviolglykoside, nicht die Blätter selber

    • Stimmt, Stevia ist genial, es kann auch Sodbrennen lindern und den Blutdruck senken. Man kann mit Stevia alles süßen, vom Kaffee bis zum Backrezept. Im Internet findet man Umrechnungstabellen.
      Alles Gute, Uta

  2. Interessanter Beitrag. Vielen Dank. Will man alle, auch hier aufgeführten, Punkte einer gesunden Ernährung beachten und beschäftigt sich damit ausgiebig, beschleicht mich das Gefühl, dass man vor lauter Risiken kaum noch unbeschwert essen und genießen kann. Muss ich mir tatsächlich Gedanken machen, wenn ich Obst esse, dass ich ja keine Bauchkrämpfe bekomme? Der Genuss spielt für das allgemeine Wohlbefinden und die Psyche eine wichtige Rolle, was sich wiederum auch auf die Gesundheit auswirkt. Bewusst und ausgewogen Essen ja. Würde ich mir aber bei jeder Mahlzeit überlegen, wie mich das jetzt alles schädigen könnte, würde mir dieser Genuss sehr verleidet.

    P.S. Wie wäre es mal mit einem Beitrag über Salz? Kürzlich gab es bei Spiegel online einen interessanten Beitrag über jemanden, der versucht, sich völlig salzfrei zu ernähren. Und Salz ist ja bekanntlich auch für so manche Volkskrankheit verantwortlich.

  3. Danke für den Hinweis! Obst ist wunderbar, da es Vitamine und vor allem auch Ballaststoffe enthält. Dadurch wird der Zucker „verträglich“, und Ballaststoffe unterstützen außerdem die Verdauung. Iß Obst am besten solo, also ca. 20 Minuten vor der nächsten Mahlzeit. Dann werden die Vitamine optimal verwertet.
    Wie wäre es mit meinem Beitrag https://apocoach.wordpress.com/2014/08/22/ich-brauch-glaub-urlaub/ ? Da geht´s um Salz!

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